Wie ein Tag auf der Wache der Berufsfeuerwehr abläuft, erlebten Jugendliche aus Teublitz bei einer 24-Stunden-Übung hautnah.

Wie die Arbeit auf einer Berufsfeuerwehr-Wache sein kann, hat die Teublitzer Feuerwehrjugend bei der 24-Stunden-Übung kennengelernt. Rund um die Uhr jagte ein Einsatz den nächsten: ein Verkehrsunfall mit Personenrettung, ein Löscheinsatz und die Brandsicherung bei einem Gefahrgutunfall. Klingt sehr abenteuerlich – und war es auch. Schützenhilfe für den Nachwuchs leisteten beim Unfall die Stadträte Romy Hermann-Reisinger und Andreas Ferstl als "Schwerverletzte".

Jugend- und Ausbildungsleiter Steffen Mroß hatte mit den Kommandanten ein 24-Stunden-Programm zusammengestellt, das es in sich hatte. Die 14 Jugendlichen, darunter zwei Münchshofener, begannen am Freitagabend ihren "Dienst" und wurden einen ganzen Tag später "erschöpft und abgekämpft", dafür jedoch mit reichlich neuem Wissen entlassen.

Ein "harter" Tag für die Jugend Bei der Einführung und Belehrung stimmte Mroß die Jugendlichen auf einen "harten" 24-Stundentag ein. Sinn dieser Aktion sei es, gemeinsam den Alltag einer Berufsfeuerwehr hautnah zu erleben und "nachzuspielen". Dabei sollten Teamgeist, Gruppenarbeit und Zusammenhalt gefestigt, gestärkt und gefördert werden. Natürlich sollte das Erlernte vertieft und neues Wissen erworben werden.
Kurzum: Das Ziel, eine so realistische Ausbildung, wie nur möglich auf die Beine zu stellen und bei aller Ernsthaftigkeit auch Spaß zu haben, scheint gelungen. Die Jugendlichen hoben kollektiv nach der Übung die Daumen: "Macht Spaß." Zum Programm gehörte aber auch trockene Theorie – Unfallverhütungs- und Feuerwehrdienstvorschriften, die Einweisung und Fahrzeugübernahme, feuerwehrtechnische Ausbildung, Nachbesprechungen und Gerätekunde.

Der letzte Bissen des Abendessens war gerade runter, als die erste "Alarmmeldung" einging: Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen! Schauplatz war der Pendlerparkplatz an der A93. Die Jungfeuerwehrler rückten mit Aktiven zur Unfallstelle aus. Die Brandsicherung, Absperrung sowie Rettung und Betreuung der verunfallten Personen forderte viel. Unterstützung gab es vom Nachwuchs der BRK Bereitschaft Maxhütte-Haidhof, dem Teublitzer Notarzt Dr. Wolfgang Schreiber und der Jugendfeuerwehr aus Burglengenfeld. Denn bei solchen Unfallszenarien kommt es auch auf die richtige und ruhige Kommunikation sowie Teamwork an.
Zeit zum Ausschnaufen blieb zurück am Gerätehaus nicht – die nächste "Alarmmeldung" war die Brandmeldeanlage bei der Fa. Läpple. Am Haupttor teilten sich die Jugendlichen in zwei Teams auf und erhielten Laufkarten. Mit Lampe und Funkgerät startete die Suche nach den Meldern – mit Hilfe von Zugführer Christoph Ludwig war rasch klar, es war "nur" Fehlalarm. In die Schule führte das nächste Übungsszenario, nachdem ein "Feuerschein" gemeldet worden war. Die brennende Mülltonne im Schulhof wurde routiniert mit zwei Kübelspritzen gelöscht.

Lkw-Unfall war nur Fehlalarm An Schlaf war auch danach nicht zu denken. Der "Lkw-Unfall auf der Autobahn Richtung Ponholz" stellte sich als Fehlalarm heraus. Erst dann gingen die Lichter im Gerätehaus aus. Bis 5.30 Uhr, als die Jugend zu einem "Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen" ausrückte. Bis man vor Ort war, konnten sich die leicht Verletzten selbst befreien. Die Jugend stellte die Brandsicherung her und band vor Ort die ausgelaufenen Flüssigkeiten. Nach dem Frühstück stellte die Burglengenfelder Feuerwehr ihre Drehleiter vor, bis ein "Brand und dicker schwarzer Rauch in der Schule Saltendorf" die Jugendlichen forderte. Löschen, Personenrettung und Belüftung des Schulhauses – alles wurde mit Bravour gemeistert. Dann ertönte der Alarmgong für einen "Gefahrgutunfall mit auslaufender Flüssigkeit".

Das Leck an dem Behälter auf einem herrenlosen Anhänger wurde abgedichtet und die Straße gereinigt.
Und auch ein "Berufsfeuerwehrtag" geht einmal zu Ende, natürlich erst, als alle Einsatzfahrzeuge und das Gerätehaus gereinigt waren. Die Bilanz vom Jugendwart fiel gut aus: "Unsere Jugendlichen haben starken Willen gezeigt", sagte Mroß, "sie waren ein Team und arbeiteten Hand in Hand auch mit anderen Hilfsorganisationen zusammen."
Unterstützung gab es auch von der Wirtschaft: die Bäckerei Brunner aus Burglengenfeld, den Metzgereien Biller und Wilhelm sowie Solemio aus Teublitz sorgten für die Verpflegung. Wie Jugendwart Steffen Mroß im MZ-Gespräch betonte, stellten 20 Kameraden der Feuerwehr Teublitz und zwei Jugendwarte das Betreuerteam. Mroß selbst und sein Stellvertreter Christian Nosko koordinierten die Übungsszenarien. "Bei zwei Szenarien wurde mit geschminkten Verletzten gearbeitet", ergänzte Mroß. Ziel sei es, die Jugend langsam heranzuführen und eine altersgerechte Ausbildung umzusetzen. "Es soll allen Spaß machen."
An der 24-Stunden-Übung beteiligt waren: Philipp Römer, Dominik Kraus, Christoph Koller, Mirco Reinwald, Pascal Feicht, Tim Weilhammer, Florian Härtl, Tamara Bauer, Melanie Muck, Christoph Bockes, Lukas Förster, Maximilian Kobler und Mary-Ann Niedermeier.

 


Interview mit 1. Jugendwart Steffen Mroß aus Teublitz

1. Wer war von der Feuerwehr vor Ort?
Mroß: 20 Kameraden aus der Feuerwehr Teublitz und zwei Jugendwarte aus Münchshofen stellten das Betreuerteam. Was mich besonders freut, es waren auch zwei Jugendliche aus der Jugendfeuerwehr Münchshofen dabei. Hier zeigt sich wieder wie gut im Stadtgebiet zusammen gearbeitet werden kann. Die Küchenbesatzung war für die Verpflegung zuständig. Ich koordinierte, mit meinem 2. Jugendwart Christian Nosko alle Übungsszenarien.

2. Waren die Übungsszenarien realistisch?
Mroß: Es wurden bei zwei Szenarien mit geschminkten Verletzten gearbeitet, das BRK, der Notarzt und die Jugendfeuerwehr Burglengenfeld waren am Einsatzgeschehen dabei. Bei der Schule hatten wir die Drehleiter aus Burglengenfeld vor Ort. Das alles zeigt schon gute Zusammenarbeit und professionelle Umsetzung an einer "realistischen" Gestaltung. Aber man darf nicht vergessen es handelt sich um eine Jugendausbildung. Die Jugendfeuerwehr darf an realen Feuerwehreinsätzen nicht teilnehmen. Wir wollen die Jugend langsam an das Erwachsenen Alter heranführen und ihnen die altersgerechte Feuerwehrausbildung beibringen, unter Beachtung der körperlichen Leistungsfähigkeit, das Alter und aller Feuerwehrdienstvorschriften. Es soll allen Spaß machen.

3. Welches Fazit gibt es aus dieser 24 Stunden Übung?
Mroß: Hier zeichnet sich die gute und auch wichtige Jugendarbeit aus. Man merkte die routinierte Zusammenarbeit der Jugendfeuerwehr, den aktiven Feuerwehrkameraden und auch dem Rettungsdienst. Ihr fachliches Können, der Teamgeist, das Know-How mit den Gerätschaften und den Zusammenhalt aller wurde immer eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Dabei kam der Spass nicht zu kurz.

Werner Artmann (Presse), Steffen Mroß (1. Jugendwart)

Mehr Infos unter Facebook Jugendfeuerwehr Teublitz.

Hier können Sie den dazugehörigen Bericht auf www.teublitz-katzdorf.de vom 14.06.2015 zur 24h Übung lesen: Alarm in Katzdorf (Link zum Bericht)

Hier können Sie den kompletten Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung vom 16.06.2015 zur 24h Übung lesen: Zum Verschnaufen bleib kaum Zeit (Link zum Bericht)

Fotos - 24-h Übung: (zur Großansicht auf das Bild / die Bilder klicken)